Autor: tm@allschwil4123

Die Geschichte des heutigen Memory-Spiels führt unter anderem nach Basel. Dort brachte die Kindergärtnerin Bertha von Schroeder Anfang der 1940er-Jahre ein sogenanntes «Zwillingsspiel» heraus. Es bestand aus zwei Kartensätzen mit zusammengehörenden Bildern und erschien in einer kleinen Auflage von 500 Exemplaren, blieb jedoch wirtschaftlich erfolglos. Ähnliche Paar- und Gedächtnisspiele waren allerdings schon deutlich früher bekannt. Deshalb sollte das «Zwillingsspiel» eher als Vorläufer des modernen Memory denn als dessen ursprüngliche Erfindung bezeichnet werden. (Pairs – Geschichte des Spielprinzips, Memory – Entstehung und Vorläufer)

Das «Zwillingsspiel» soll den Schweizer Heinrich Hurter zu einer eigenen Kinderversion angeregt haben. Für seine Enkel in London stellte er 1946 ein Spiel aus Bildern her, die er aus Zeitschriften und Katalogen ausschnitt und auf Karten klebte. Die Kinder nannten es «the memory game». Sein Sohn William Hurter entwickelte das Spiel später weiter und bemühte sich um eine kommerzielle Veröffentlichung. (Walter Luc Haas: Memory – eine Spielidee, die die Welt fasziniert, 1984, zusammengefasst auch unter Pairs)

William Hurter bot das Spiel zunächst der Schweizer Edition Carlit an. Der Verlag lehnte es ab, weil er mit «Punta» bereits ein ähnliches Spiel im Sortiment hatte. Schliesslich gelangte Hurters Entwurf zum Otto Maier Verlag in Ravensburg. Dort überarbeitete der Grafiker Manfred Burggraf die Bildkarten. Im Jahr 1959 erschien das Spiel unter dem Namen «memory». (Memory – Entstehung und Erfolg, Deutschlandfunk Kultur: 60 Jahre Memory-Spiel)

Memory entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Produkte von Ravensburger. Nach öffentlich zugänglichen Angaben wurden im Laufe der Jahrzehnte viele Millionen Exemplare in zahlreichen Ländern verkauft. «Memory» ist heute eine eingetragene Marke von Ravensburger; das allgemeine Spielprinzip wird auch als «Pairs», «Paare suchen» oder «Memo-Spiel» bezeichnet. (Ravensburger – Unternehmens- und Produktgeschichte, Memory – die Marke)